Dienstag, 17. Juni 2014
Donnerstag, 12. Juni 2014
11. Zur Gast bei Q bar- C. Köchin – Reinigungskraft - Hausangestellte.
| Christina in die Küche der Q bar mit Nestor |
Ich bin Köchin. In Nigeria habe ich 8
Jahre in einem Hotel gearbeitet. Ich bin beruflich Köchin für afrikanisches
Essen. Ich habe im Excelsior Hotel in Apapa, Lagos gearbeitet. Das war ein großes
5 Sterne Hotel. In Nigeria habe ich auch meine Arbeitspapiere.
Meine Familie ist sehr groß und ich
habe meine Familie unterstützt.
Aber der Besitzer vom Hotel wollte es
schließen wegen der Situation in Nigeria und nach Frankreich ziehen. Deswegen
habe ich meinen Job verloren. Wegen der schlechten Situation in Nigeria. Alles
war schwierig, teuer geworden. Deswegen hat er aufgehört.
Ich habe nach einem neuen Job gesucht,
aber nichts gefunden.
2010 ging ich nach Libyen. Weil es sehr
nah ist von Nigeria und alle dahin gehen. Wenn du wenig Geld hast, gehst du
dahin, um zu arbeiten.
Ein Freund hat mich mitgenommen, so dass
ich Geld verdienen und meine Familie unterstützen konnte.
Ich komme aus einer Großfamilie, mein
Vater hat 4 Frauen, es ist eine polygame Familie. Auch mein Opa hat mehrere
Frauen. Zu viele. Jetzt leben mein Eltern nicht mehr.
In Libyen habe ich sofort Arbeit als
Reinigungskraft gefunden. Es gibt so viel Arbeit in Libyen. Du findest sofort Arbeit,
wenn du ankommst.
Ich war Hausangestellte und habe sauber
gemacht. Es war ein privates Haus. Ich übernachtete auch im Haus und manchmal
ging ich bei Freundinnen schlafen.
Das war in Tripolis. 7-8 Monate habe
ich so gearbeitet, dann kamen die Probleme.
So ging ich nach Italien, nach Lampedusa.
Da waren wir zu viele Menschen und sie haben uns in verschiedene Camps verteilt,
ich war in Foggia im Camp.
Danach in Napoli. In Italien es ist
richtig hart, das Leben ist nicht einfach.
Alle diese Jahre habe ich im Camp
gelebt, hatte nichts, konnte keine Arbeit finden.
Ich hatte Papiere, aber wusste nicht,
wo ich sonst hin gehen sollte.
Ich suchte Arbeit, aber fand nichts.
Sie sagten, sie wissen es nicht, wo immer ich hin will.
Sie haben mir kein Geld oder Ticket
gegeben, nicht mal einen Penny.
Bevor ich hierher kam, in Italien, habe
ich vor den Supermärkten gebettelt.
Ich habe um Essen gebettelt, gebettelt,
um meine Medizin kaufen zu können.
Weil ich hohen Blutdruck habe, musste
ich betteln, um meine Medizin kaufen zu können, das war nicht einfach...
Jedes Mal, wenn ich mich daran erinnere,
will ich weinen, weil es für mich eine sehr schlechte Situation war.
Wie kann ich betteln? Ich kann doch arbeiten.
Ich hatte angefangen vor der Eingangstür
eines Supermarkts zu betteln. Wenn du heute nach Italien kommst, alle betteln
um Essen; viele Männer betteln. Die meisten Frauen prostituieren sich. Wie kann
Mensch sich für Essen prostituieren?
Wenn ich gebettelt habe, bekam ich 8.-
oder 10.- Euro, die ich zusammen gelegt habe, bevor ich nach Deutschland kommen
konnte.
Weißt du, die Polizei ist gekommen und
hat mich aus dem Camp rausgeworfen; in die Kälte. Wo sollte ich hin? So viel
Polizei kam an dem Tag um mich rauszuwerfen. Weil ich lange im Camp gelebt
habe.
Ich hatte Papiere, weil ich die Operation
hatte.
Ich bekam sofort Papiere, habe wegen
meiner gesundheitlichen Situation nie eine negative Antwort bekommen. Sie wussten,
dass ich hohen Blutdruck habe und gaben mir sofort Papiere.
Als die Papiere abgelaufen waren, blieb
ich noch im Camp, weil ich nichts hatte, wo ich hin konnte, die Gültigkeit meiner
Papiere erlosch bereits nach einem Jahr.
Ich habe sie zur Erneuerung
eingereicht, und sie haben 9 Monate gebraucht um sie zu erneuern!
Während meine Papiere auf der
Polizeiwache waren, kam der Leiter und wollte, dass ich das Camp verlasse. Ich fragte,
wo soll ich hin?
Geben Sie mir meine Papiere, wenn Sie
wollen, dass ich gehe.
Am Ende haben sie sie mir im Dezember zurückgegeben.
Aber seit Juni wollten sie mich raus haben.
Niemand hat mich unterstützt. Die
Medizin musste ich selber kaufen, auch um Essen habe ich gebettelt.
Ich will mich nicht erinnern, weil es mich
ganz traurig macht, dass ich so schlecht behandelt wurde.
Deswegen mag ich die Idee auch nicht,
zurück nach Italien zu gehen. Als sie mir meine Dokumente gegeben haben, haben
sie mir noch etwas zum unterschreiben gegeben. Da steht drin, wenn ich zum Erneuern
wieder komme, muss ich folgendes mitbringen:
Meinen Arbeitsvertrag, meine Aufenthaltserlaubnis
und meinen Pass.
In Italien geben sie dir Dokumente und
dann kommen sie und wollen sie zurückhaben.
Wenn ich alles das, was sie fordern,
nicht vorzeigen kann, dann werden sie mir die Dokumente nicht erneuern, sondern
abnehmen. Schluss. Es ist sehr schlimm. Das machen sie mit vielen Menschen so.
Ich kam nach Hamburg, jetzt habe ich aber
keinen Job, ich habe gar nichts.
Ich will gern arbeiten, ich bin nicht
schwanger, ich kann hart arbeiten, ich habe Energie. Und ich habe die Kapazität
zu arbeiten, ich bin keine kleine Person, ich bin Köchin! Ich kann auch sauber
machen.
Es ist sehr schlimm, das ich hier nicht
arbeiten darf. Ich fühle mich traurig.
Viele Menschen sind unglücklich. Wenn
du hier zum Hauptbahnhof gehst, siehst du Leute herumstehen und vor sich hin
starren. Das ist überhaupt keine gute Situation.
Vorher konnte ich mich finanziell um
meine Familie kümmern.
Aber jetzt kommt nichts. Sie rufen mich
an und sagen jedes Mal, bitte hilf uns, du bist in Europa. Ich sag’ ihnen, Europa
ist nicht so wie ihr in Afrika denkt. Europa ist hart. Afrika ist auch hart,
aber sie glauben es nicht, sie denken, Europa ist besser.
Ich sag ihnen, ja, stimmt, Europa ist
besser als Afrika für die, die Arbeit haben. Aber wenn du keine Arbeit hast,
ist es nichts.
Wenn ich hier so herum sitze und nichts
mache, wie kann ich am Ende des Monats Geld erwarten? Nichts.
Ich bin sehr aktiv, ich kann arbeiten.
Zum Glück bin ich hier in diesem Haus
mit so vielen netten Menschen. Sie kommen und reden mit mir und manchmal muss
ich weinen und sie sagen: Weine nicht. Sie sind sehr nett.
Weißt du, du musst nicht nur an einem
Ort lernen und dort leben. Wenn du die Möglichkeit hast zu lernen, ist das gut.
Ich wünsche mir, dass der Hamburger Bürgermeister
die Lampedusa in Hamburg Gruppe unterstützt.
Wir kommen aus Afrika, haben viel
gelitten. Viele leiden weiter in Italien.
Wir, die hier angekommen sind, haben Glück,
wir haben Papiere.
Viele in Italien haben keine Papiere
und können nicht reisen. Ohne Papiere kannst du nirgendwo hin. Sie leiden. Viele
sind frustriert, sie trinken, sie rauchen, weil sie nicht wissen, was sie tun
sollen. Und viele sterben und niemand kriegt es mit. Ihre Körper werden einfach
nur weggebracht. Das Leben ist nichts wert. Sie sterben einfach.
Samstag, 31. Mai 2014
2. Zu Gast bei MIFALDA Modedesign, mit Mutarr an der Nähmaschine.
| MIFALDA Mode Design -Mutarr an der Nähmaschine, um ihm Julie H.Jespersen und Kati Bieselt . |
K.M . 19 Jahre Guinea Bissau-
Cowboy. Bauer-Schneider-Maler mit Diplom aus
Italien.
Ich habe Guinea Bissau verlassen,
als ich 11 Jahre alt war.
In meinem Land war ich zu
jung. Ich habe nicht gearbeitet, aber ich habe meinem Vater geholfen, er war Bauer.
Er hatte einen großen
Bauernhof mit Kühen. Mein Vater hat all die verschiedenen Arbeiten gemacht und
ich half ihm, und so kann ich auch alles machen auf einem Bauernhof.
Mein Vater bekam Probleme
wegen dieser Kühe.
Bewaffnete Leute kamen und
haben ihn getötet.
Dann sagte ein junger Mann,
der bei meinem Vater gearbeitet hatte, zu mir: Komm’, wir gehen!
Ich bin mit diesem Arbeiter
gegangen. Er ging nach Mali. Aber da war es sehr schwer für mich.
Ich kannte niemanden, hatte
keine Familie, nicht mal die Sprache konnte ich sprechen. Aber der Mann hat mir
geholfen, er sagte: Dein Vater hat mir geholfen, jetzt helfe ich dir.
Also gab er mir die Chance
nach Familie zu suchen . Ich hatte einen Onkel in Libyen.
Er stellte die Verbindung zu
meinem Onkel her und brachte mich in Libyen zu meines Onkels Haus. So kam ich
nach Libyen.
Ich war damals zu jung. Mein
Onkel sagte, ich kann nicht arbeiten, aber kann schneidern lernen. Er hatte einen
libyschen Freund, der Schneider war.
Ich blieb bei diesem Mann 6 Jahre,
in Libyen.
Ich lernte sehr gut schneidern,
ich machte das ganz selbständig.
Weißt du, jedes Land hat
seine eigene Art sich zu kleiden. Ich
kann alle afrikanischen Kleider nähen.
Als ich nach Italien gekommen
bin, haben sie mich zur schule geschickt. Sie sagten, bevor du hinaus gehst ins
Leben, musst du was lernen. Als ich mit der Schule fertig war, haben sie mich
zu einer anderen Schule gebracht um als Maler ausgebildet zu werden. Ich habe
ein Diplom. Ich habe es bei mir. Ich lebte 2 Jahre in Bari.
Es ist ein großes Problem nicht
zu arbeiten, seit 3 Jahren jetzt.
Ich konnte nicht mal meine Familie
anrufen. Jetzt helfen uns Leute. Aber vorher war ich 6 Monate hier und meine
Mutter wusste nicht, wo ich bin.
Es ist hart. Meine Mutter war
in Sorge. Mehr als in Sorge …
Deswegen habe ich großes Interesse.
Wenn ich vorher ein bisschen Training gehabt habe, weiß ich, was zu tun ist.
Danke an Kati, Julie und Natascha, für die Gastfreundschaft und ihre offene Herzen! |
Dienstag, 27. Mai 2014
Mobilisierungsvideo
https://www.youtube.com/watch?v=niDc1PQHyiU
Demonstration 31. Mai Lampedusa in Hamburg
13 Uhr am Protestzelt Steindamm 2 (Hbf Südausgang)
https://www.youtube.com/watch?v=niDc1PQHyiU
Demonstration 31. Mai Lampedusa in Hamburg
Donnerstag, 22. Mai 2014
Videointerview with Illah : Lampedusa in Hamburg- Former worker in Libya , Witnesses of war.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Lampedusa in Hamburg calling: Demonstration Saturday 31st May 2014,
Time: 1 pm – Meeting
place: protest tent, Steindamm 2
(near main station)
We demand our work permit
Since we went in the city
hall to explain our critical
situation and to demand our rights one year has gone. The big
support from the
Hamburg citizens could help us just to survive but it has also
its limits. The
Hamburg senate is ignoring the many voices that demand a change
of the
discriminative and highly dangerous policies of the government.
Again and again our people
get controlled, arrested
and threaten with deportation to Italy.
Francis Kwame the eldest
of our group died on 20th
March as a result of the denial of his rights.
Enough is enough
We escaped from a war
which was carried out in the
interest of the NATO member states. First they said they will
protect the
civilians. After that the western media spread the propaganda
lie of “Gaddafi’s
black mercenaries”. We the workers of the country run for our
lives. We lost
our brothers we lost our sisters and all our property. Now we
are in Europe.
They said they will handle our situation. Now after three years
without anything
we are dying in the streets of Europe. Before Francis Kwame
already Samuel
Mensah died because of the unhealthy situation we are pushed in.
We are
officially recognized refugees in Europe because of the Libya
war. They destroyed
our place of work made us to become refugee and hinder us to
rebuild our lives.
We need the
work permit. Actually it is the only
thing that can help us, so
that we and our families can survive.
We are
serious to achieve it because we are all Francis Kwame
Come and
join us
Lampedusa in Hamburg
preparation committee:
For English: 01521053163
pour
le francais:
015219268389
John
Aliou
Ismail
Daniel
Amoah
Issah
Moussa
Namori
10. K. M . 19 Jahre -Cowboy.
Bauer-Schneider-Maler mit Diplom aus Italien.
Ich
habe mein Land verlassen, als ich 11 Jahre alt war.
In
meinem Land war ich zu jung. Ich habe nicht gearbeitet, aber ich habe meinem
Vater geholfen, er war Bauer.
Er
hatte einen großen Bauernhof mit Kühen. Mein Vater hat all die verschiedenen Arbeiten
gemacht und ich half ihm, und so kann ich auch alles machen auf einem Bauernhof.
Mein
Vater bekam Probleme wegen dieser Kühe.
Bewaffnete
Leute kamen und haben ihn getötet.
Dann
sagte ein junger Mann, der bei meinem Vater gearbeitet hatte, zu mir: Komm’,
wir gehen!
Ich
bin mit diesem Arbeiter gegangen. Er ging nach Mali. Aber da war es sehr schwer
für mich.
Ich
kannte niemanden, hatte keine Familie, nicht mal die Sprache konnte ich
sprechen. Aber der Mann hat mir geholfen, er sagte: Dein Vater hat mir geholfen,
jetzt helfe ich dir.
Also
gab er mir die Chance nach Familie zu suchen . Ich hatte einen Onkel in Libyen.
Er
stellte die Verbindung zu meinem Onkel her und brachte mich in Libyen zu meines
Onkels Haus. So kam ich nach Libyen.
Ich
war damals zu jung. Mein Onkel sagte, ich kann nicht arbeiten, aber kann
schneidern lernen. Er hatte einen libyschen Freund, der Schneider war.
Ich
blieb bei diesem Mann 6 Jahre, in Libyen.
Ich
lernte sehr gut schneidern, ich machte das ganz selbständig.
Weißt
du, jedes Land hat seine eigene Art sich
zu kleiden. Ich kann alle afrikanischen Kleider nähen.
Als
ich mit der Ausbildung fertig war, sagte mir der Mann: Ab jetzt bezahle ich
dich und du wirst sehen, wie viele Sachen du dann für dich machen kannst. Weil
jetzt ist deine Ausbildung abgeschlossen. So konnte ich meiner Mutter und meinem
Bruder Geld schicken und auch meinem Onkel etwas geben.
Als
ich nach Italien gekommen bin, haben sie mich zur schule geschickt. Sie sagten,
bevor du hinaus gehst ins Leben, musst du was lernen. Als ich mit der Schule
fertig war, haben sie mich zu einer anderen Schule gebracht um als Maler
ausgebildet zu werden. Ich habe ein Diplom. Ich habe es bei mir. Ich lebte 2 Jahre
in Bari.
Es
ist ein großes Problem nicht zu arbeiten, seit 3 Jahren jetzt.
Ich
konnte nicht mal meine Familie anrufen. Jetzt helfen uns Leute. Aber vorher war
ich 6 Monate hier und meine Mutter wusste nicht, wo ich bin.
Es
ist hart. Meine Mutter war in Sorge. Mehr als in Sorge...
Ich
hätte Interesse eine Ausbildung zu bekommen hier. Jedes Land hat eigene Methoden
beim Schneidern oder beim Malen. Auch wenn du Profi bist, musst du noch das
System des Landes kennenlernen, bevor du arbeitest.
Deswegen
habe ich großes Interesse. Wenn ich vorher ein bisschen Training gehabt habe,
weiß ich, was zu tun ist.
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